Therapie von Eisenmangel

Die Therapie besteht aus drei Phasen (gemäss Swiss Iron System, SIS)

Erste Phase: Dosis-Berechnung für Ärzte

Zuerst muss die fehlende Eisenmenge individuell durchgeführt werden. Für die Berechnung der Eisendosis für eine Aufsättigungstherapie steht die in der Schweiz entwickelte Eisenformel 1152 zur Verfügung. 1152 entstand 2015 und ist das Resultat einer über zehnjährigen multiplen linearen Regressionsanalyse von Gesundheitsdaten aus Health Banking (SIHO-Datenbank seit 2005 mit Korrelationsdaten zwischen dem Ferritinwert und Gesundheitszustand, siehe Eurofer.ch):

1152 – 11XF + 52XLTR (bei einem Körpergewicht unter 60 kg muss die Dosis linear reduziert werden). Die Formel eignet sich für Eisenmangelpatienten mit einem Ferritinwert unter 50 ng/ml.

Ferritin muss für die Dosisberechnung nach der Beckman-Methode gemessen werden, die LTR nach der Roche-Methode (Umrechnung von anderen Messmethoden auf Beckman-Ferritin und Roche-LTR). Das Referenzlabor für die Eisendiagnostik ist das Labor Rothen in Basel (labor-rothen.ch). Beispiel einer Dosisberechnung: Ferritin = 30 ng/ml, LTR = 2.5 ng/ml.

1152 – 11X30 + 52X2.5: 1152 – 330 + 130 = 952 mg fehlendes Eisen.

Zweite Phase: intravenöse Eisentherapie für die Aufsättigung (Eisenausgleich)

Nach der Berechnung der notwendigen Eisendosis wird die Infusionstherapie (Aufsättigungstherapie) durchgeführt. SIHO empfiehlt dazu zwei Eiseninfusionen pro Woche mit je 200 mg Eisensaccharose bis zum Erreichen der berechneten Gesamtdosis. Dabei wird das Eisen in 100 ml NaCl aufgelöst und langsam unter Überwachung über 30 Minuten infundiert.

Beispiel: Wenn 952 mg Eisen fehlen, braucht es 952 dividiert durch 200 = 4-5 Eiseninfusionen mit je 200 mg Eisensaccharose (zweimal pro Woche). Die Frau spürt und sagt dem Arzt, ob sie vier oder fünf Infusionen braucht, um gesund zu werden (Grenznutzenprinzip: so viel wie nötig und so wenig wie möglich).

Dritte Phase: Erste Therapiekontrolle

Zwei Wochen nach der letzten Infusion findet die erste Therapiekontrolle statt. Dabei stellen sich zwei Fragen: Sind die Symptome verschwunden oder haben sie sich zumindest deutlich verbessert? Dies ist bei den meisten Betroffenen der Fall. Liegt der Ferritinwert dabei im Zielbereich zwischen 100-200 ng/ml (männliche Eisenkonzentration)?

Nach dieser ersten Nachkontrolle findet die zweite Nachkontrolle statt zur Beurteilung der Nachhaltigkeit des Erfolgs.